Über Jahrzehnte wurde Musik auf Schallplatte, Magnetband und Kompaktkassette gesammelt. Heute werden diese Medien nur noch selten abgespielt – weil die Technik fehlt(e) oder aus Furcht vor Verschleiß. Mit der heute möglichen digitalen Aufbereitung von Audiosignalen kann man Aufnahmen dauerhaft sichern und umfassend restaurieren. Nachfolgend gelistete Programme nutze ich – je nach Problem welches ich lösen will – z.B. um alte Tonaufnahmen aufzupeppen, Schallplatten zu digitalisieren oder meine Musiksammlung zu verwalten:

LameXP für viele wichtige Encoder
LameXP (Freeware )

Mit dem übersichtlichen LameXP können Sie Audiodateien, vornehmlich Musik ganz einfach in andere Formate wie MP3, Ogg/Vorbis, FLAC, APE und andere konvertieren. Das Downloadpaket beinhaltet direkt die Encoder für

  • MPEG Audio-Layer III (MP3) über LAME
  • APE über Monkeys Audio
  • Ogg Vorbis über aoTuV
  • TSC A/52 (auch als „AC-3“ bekannt) über Aften
  • DTS Coherent Acoustics Encoder über den DCA Encoder
  • Free Lossless Audio Codec über FLAC
  • Opus Audio Codec über Opus-Tools
  • Uncompressed PCM / Waveform Audio File

Der AAC-Codec muss über den Nero ACC Encoder nachgeladen werden.

Als Eingabeformate werden neben den oben genannten auch AAC, AIFF , ADPCM, MP1, MP2, Musepack, Shorten, Speex, TTA, WAV, RIFF und WMA unterstützt.

MP3s verlustfrei schneiden
mp3DirectCut (Freeware )

Mit mp3DirectCut schneide ich MP3-Dateien ohne diese dabei erneut umwandeln zu müssen. Dies sorgt für eine optimale Qualität, weil sich die Qualität durch das sonst nötige Reenkodieren der Audiodatei nicht verschlechtert. Die geöffnete Tonspur wird visuell anschaulich als Wellenform dargestellt, sodass sich bestimmte Stellen wie zum Beispiel Pausen schnell finden lassen.

Mit der Maus lässt sich der gewünschte Bereich grob markieren, über die Buttons in der Menüleiste ist danach eine Frame-genaue Korrektur der Markierung möglich. Den markierten Bereich kann ich anschließend ausschneiden und an anderer Stelle wieder einfügen. Mit der Funktion „Beschneiden“ wird hingegen alles vor und nach der Markierung entfernt.

Ferner ist mp3DirectCut in der Lage, die Lautstärke der geöffneten Dateien zu verändern oder diese zu normalisieren. Das Ein- und Ausblenden der Lautstärke kann ebenfalls realisiert werden. Pausen erkennt mp3DirectCut auf Wunsch auch automatisch, wobei sich die Länge der zu erkennenden Pausen einstellen lässt. Für umfangreiche Dateien nutzt man die Serienfunktion. Die bearbeiteten MP3-Dateien speichert mp3DirectCut ohne erneutes Encodieren und somit verlustfrei ab.

Neben MP3-Dateien kommt das Tool auch mit den Formaten MP2 (DVD, DVB) sowie AAC klar und unterstützt sogar Cue Sheets. Metadaten (nur ID3v1.1) lassen sich ebenfalls anzeigen und editieren. Doch mp3DirectCut kann nicht nur bereits vorhandene MP3-Dateien bearbeiten, sondern auch neue aufnehmen. Der Ton kann von allen am Rechner verfügbaren Aufnahmegeräten mitgeschnitten werden. Zur Auswahl stehen der ACM- und Lame-Encoder.

Mit mp3DirectCut schneide ich Pausen, Werbung oder ähnliches schnell und ohne erneutes Umwandeln aus meinen MP3-Dateien heraus. Das Aufnehmen von Musik funktioniert ähnlich unkompliziert.

Lautstärkenunterschiede von MP3-Dateien angleichen
MP3Gain (Freeware )

Größtenteils nutze ich MP3Gain (das Nachfolgeprojekt WXMP3Gain verursachte bei mir unter Win10 mitunter Probleme). Das Tool analysiert die Lautstärke einzelner MP3-Dateien und stellt diese anschließend auf einen Pegel ein, das Normalizing. Das ist sehr angenehm, wenn man etwa MP3s aus verschiedenen Quellen abspielen will oder auf eine CD brennen möchte. Das Programm arbeitet ohne Qualitätsverlust und bearbeitet auch ganze Verzeichnisse.

Doppelte Musik/Bild- und Videodateien finden
Mediapurge (Freeware )

Mediapurge unterstützt für die Duplikatsuche über Akustische Fingerabdrücke alle gängigen Audio-, Video- und Bildformate, wahlweise mit internem oder externem Decoder.

Die Software hört bzw. sieht sich sozusagen die Songs an und entscheidet nur anhand der Musik- und Bildinhalte ob es sich bei dem Song, Video bzw. Bild um ein Duplikat handelt oder nicht, besonders für Umfangreiche Musiksammlungen zu empfehlen.

Das hierfür verwendete MAFP (Mediapurge Acoustic FingerPrint) sowie das dazugehörige Image Fingerprinting Verfahren ist das hauseigene Fingerabdruck Verfahren für Mediapurge. Es erzeugt einen eindeutigen Schlüssel über die decodierten Audiodaten der es auch ermöglicht, Teile der Songs miteinander zu vergleichen um auch unvollständige Songs sowie Songteile in anderen Songs zu identifizieren.

Der Bildvergleich funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip und ermöglicht das Auffinden von doppelten Bildern unabhängig von Bildformat oder Bildbearbeitungen wie Helligkeit und Farbveränderungen und leichter Retusche. Mediapurge kann noch mehr.

Aufbau von Verzeichnisstrukturen, Wiederherstellen der Dateinamen aus den Tags, Kopieren und bearbeiten von Tags und Dateinamen in allen erdenklichen Variationen, und das alles in einer übersichtlichen Oberfläche ohne kryptische Schlüssel eingeben zu müssen. Lasst Mediapurge eure Bestände mit eurem Backup-Laufwerk abgleichen, (ähnliche Duplikate werden hierbei selbstverständlich auch erkannt) alles funktioniert mit wenigen Mausklicks. Mediapurge unterstützt hierfür alle gängigen Formate. Features im Überblick:

  • vollautomatische Suche nach Duplikaten (auch ähnlichen) Mediendateien
  • vollautomatische Suche nach Duplikaten über Audiovergleich
  • suchen nach Mediendateien mit gleicher Größe/Inhalt (Tags ausschließbar)
  • ID3-Tag basierendes Sortieren der Mediendateien in Verzeichnisse
  • Dateinamen basierendes Sortieren der Mediendateien in Verzeichnisse
  • automatisches Eintragen der ID3-Tags aus den Dateinamen
  • automatisches Wiederherstellen der Dateinamen aus den ID3-Tags
  • automatisches Kopieren/Entfernen einzelner/kompletter Tags
  • automatisches Bearbeiten von Dateinamen und Tags nach Schema
  • Formatumwandlung aller gängigen Formate in andere Formate
  • automatische Bestandssynchronisierung (ähnliche Dateien berücksichtigt)

Mit Audacity bearbeitet man Audiodateien wie die Profis im Tonstudio.
Audacity (Freeware )
Die Aufnahmefunktion erlaubt es, sämtliche Audio-Signale festzuhalten und auf der Festplatte abzuspeichern.

Und mit dem mitgelieferten Lärm- und Rauschfilter können etwaige Störungen rasch herausgefiltert werden. Effekte wie Delay und Kompressor sind bereits mit an Bord und können durch die VST-Unterstützung zudem erweitert werden. Ergänzt werden diese Funktionen durch eine Frequenzanalyse sowie diverse Effekte. Darunter sind Rauschentfernung und Pitch-Veränderungen, was die Tonhöhe ohne Verlangsamen oder Beschleunigen ändert.

Sind die Projekte fertig geschnitten und bearbeitet, kann man die Aufnahmen in MP3- oder WAV-Dateien speichern. MP3 und WAV sind aber nicht die einzigen unterstützten Dateiformate. Zudem kann Audacity MIDI-Dateien bearbeiten und das Endergebnis in eine Datei exportieren. So lassen sich auf diesem Wege Musikdateien in andere Formate umwandeln.

Die Benutzeroberfläche verlangt einem Benutzer auf den ersten Blick einiges ab, bedenkt man jedoch, was mit Audacity alles möglich ist, erkennt man recht schnell, dass das Interface von Audacity wunderbar aufgeräumt ist. Nur wichtige Dinge werden abgebildet und davon gibt es bei Audacity (deutsches Hilfeforum ) eben eine ganze Menge.

Musik- und andere Verzeichnisse vergleichen und synchronisieren
Free File Sync
Egal ob Backup-Partition, externe Festplatte oder USB-Stick, mit dem kostenlosen Tool FreeFileSync kann man Daten auf unterschiedlichen Datenträgern synchron halten. Dafür wählt man einfach die zwei zu vergleichenden Verzeichnisse aus. Mit einem Klick auf »Vergleichen« analysiert das Open-Source-Tool die beiden Verzeichnisse und spürt zuverlässig unterschiedliche Dateien und Datei-Versionen auf.

Mit einem Klick auf die Vergleichs-Optionen kann man festlegen, ob nach Dateigröße und Datum oder dem Inhalt einer Datei verglichen werden soll. In der mittleren Spalte sieht man, welche Dateien von einem ins andere Verzeichnis kopiert werden müssen, damit diese auf dem gleichen Stand sind. Einfacher geht das mit der Synchronisations-Automatik. Per »Synchonisieren« können Daten auf Wunsch gespiegelt, aktualisiert, beidseitig oder automatisch synchronisiert werden.

  • Sync auch mit Handys/Tablets möglich
  • kann auch gesperrte Dateien kopieren
  • kann auch als portable Version genutzt werden
  • mehrsprachig, auch auf deutsch einstellbar

Die Dateien vergleicht FreeFileSync auf binärer Ebene, um inhaltliche Unterschiede zu finden, die nicht anhand von Änderungsdatum, Dateigröße und Dateinamen erkennbar sind, sodass keine Dateien beim Synchronisieren vergessen werden. Dieses erledigt das System-Tool via Stapelverarbeitung, wobei mehrere Dateien und Ordner am Stück aktualisiert werden, und man nicht die ganze Zeit daneben sitzen muss.

FreeFileSync kommt mittlerweile ohne Adware daher!

Vielseitiger Musik Manager (meine Empfehlung)
MediaMonkey (Freeware, Goldversion kostenpflichtig )
Die Eier legende Wollmilchsau für Musik- oder auch Filmsammlungen (beim Installieren kann es auch als portable Version ausgewählt werden). Der Schwerpunkt der Software liegt auf der Verwaltung von Audio- und Video-Material. Man kann mit dem Programm auch Musik-CDs abspielen, auf die Festplatte kopieren, dort abspielen, sortieren, in andere Formate konvertieren (eine automatische Formatkonvertierung findet allerdings nur in der kostenpflichtigen Gold-Version statt, ca. 25 €.), brennen und mit Titelinformationen versehen. Bei Audio-CDs lädt die Software die passenden Trackinfos gleich selbstständig aus dem Internet nach. Zudem kann die Software automatisch Abspiellisten erstellen („Auto-DJ“) und auf ein gleichmäßiges Lautstärkeniveau achten. Siehe auch: MediaMonkey Wiki .

Pfiffig:
Im Party-Modus wird eine gewünschte Playlist im Vollbildmodus abgespielt und so jeder Zugriff von Unbefugten unterbunden. A
uch Überblenden (Crossfading) ist ein Feature in MediaMonkey, die das Ende eines Songs mit dem Beginn eines anderen einstellbar mischt, um eine Lücke zwischen den Songs zu vermeiden. Die Funktion kann deaktiviert werden, falls gewünscht. Optimiert Musikdateien mit dem integrierten Equalizer.

Medieninhalte sortieren und wiederfinden:
MediaMonkey durchforstet ausgewählte Ordner nach Audio-Dateien (WAV, AAC, MP3, FLAC, OGG) beziehungsweise Video-Clips im AVI-, MP4-, MPEG- oder WMV-Format und verwaltet mühelos selbst große Medienbestände. Anhand von Dateinamen und eventuell vorhandenen Zusatzinformationen (etwa ID3-Tags) werden Lieder und Filme klassifiziert und entsprechend in der Datenbank eingeordnet. Zu den Eigenschaften gehören beispielsweise Speicherort, Titel, Künstler, Albumtitel, Genre oder Jahr. Über diese Kriterien spürt ihr die gewünschten Titel blitzschnell auf.

Ebenso problemlos kann man die vielfältigen Zusatzinfos selbst erfassen und ergänzen. Aus der Datenbank heraus spielt man dann einzelne Titel ab oder erstellt individuelle Abspiellisten. Zahlreiche externe DPS-Effekt-Plugins können eingebunden werden.

Songs & Filme mit iPhone, iPad und Android-Geräten synchronisieren:
MediaMonkey unterstützt eine Vielzahl mobiler Player, darunter Apple-Geräte (iPod, iPhone, iPad) und Android-Smartphones oder -Tablets. Zum Synchronisieren genügt das bloße Anschließen des mobilen Geräts an den PC. Schließt man sein iPhone an den Computer an, lassen sich mit der Software Musik und Videos abspielen, neue Inhalte auf das iOS-Gerät übertragen oder komplette Ordner synchronisieren.

Dank UPnP- bzw. DLNA-Unterstützung lassen sich Musik und Filme auch auf anderen Geräten im Heimnetzwerk wiedergeben, etwa auf einem Internet-tauglichen Fernseher oder einer Spielekonsole (PS3, Xbox). Umgekehrt kann man mit MediaMonkey auch Audio-Dateien und Videos auf den PC streamen, wenn sie von anderen Geräten im Netzwerk zur Verfügung gestellt werden.

Podcasts und Internet-Radio abspielen:
MediaMonkey eignet sich auch für den Zugriff auf Web-Inhalte. So öffnet man direkt über die Programmoberfläche individuelle Webseiten oder lädt Podcasts auf den Rechner. Hierbei reicht es, den jeweiligen Link einzelner Podcasts oder auch Podcast-Abos zu kopieren.

Ebenso einfach sucht man sich unter Zehntausenden an Webradio-Stationen von Internet-Radio.com und einem IceCast-Verzeichnis passende Sender aus. Praktisch: Wenn man häufig an wechselnden PCs arbeitet, lässt sich die Software mitsamt seiner Datenbank auch portable nutzen, das heißt auf tragbaren USB-Laufwerken wie Speichersticks oder externen Festplatten installieren.

Da die Einstellungen bei Mediamonkey sehr vielfältig sind – hier eine Orientierungshilfe eines Users aus dem deutschen Hilfeforum (sehr zu empfehlen!).

MP3 Tag Editor
MP3TAG der universelle Tag Editor (Freeware )
Das Programm kann sich die nötigen Informationen aus verschiedenen Internetquellen besorgen, sodass man sich in den meisten Fällen das Tippen ersparen kann. Im einfachsten Fall lädt man ein Album-Verzeichnis und holt dann unter „Tag-Quellen“ bei einer der möglichen Informationsdatenbanken die gesuchten Daten. Im gleichen Menü findet man auch die Möglichkeit, im Netz nach dem richtigen Cover zu suchen.

Das kann man dann in der MP3-Datei ebenfalls als „Tag“ speichern. Mit dem Programm (kann auch als portable Installation ausgewählt werden) hat man aber noch zahlreiche andere Bearbeitungsmöglichkeiten, um beispielsweise fehlerhafte Tags gleichzeitig bei mehreren Dateien zu überschreiben, vertauschte Tags umzuordnen, oder Coverdateien aus Bildern auf der Platte zu importieren. Es kann sogar Playlisten erstellen und exportieren.

Das Tool unterstützt dennoch viele andere Formate, wie etwa AAC, FLAC, OGG und die üblichen iTunes-Dateien.

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